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"Il Pantalone beffato" ovvero "Gli inganni per
amore"
(Pantalone und die Verstrickungen der
Liebe)
Farce der Commedia dell'Arte
von Alessandro Marchetti und Luisella Sala
Regie: Alessandro Marchetti
Pantalone Alessandro Marchetti
Colombina Luisella Sala
Arlecchino Miguel Angel Cienfuegos
Rosaura Luisa Ferroni
Ottavio, Dottore und Toter David Matthäus
Zurbuchen
Bühnenbild und Kostüme:
Alessandro Marchetti
Schneiderei: Liana Badoino, Cily
Dobler
Masken: Renzo Antonello
Musik: Giovanni Galfetti
Bühnenbau: Mario Bissegger,
Attilio Wismer, Rosario Ilardo
Lichtdesign, Technik: Sabine
Wiesenbauer, Andrea Noseda
Fotografie: Andreas
Zurbuchen
Administra-tion: Manuela
Bonzani-Hoffmann, David M. Zurbuchen, Gudrun Kopf;
Tourneemanagement: Teatro Paravento
Studiotheater Marchetti Sala - Compagnia Teatro
Paravento
Alessandro Marchetti ist ein lebendiges Stück
Geschichte des Teatro dellArte. Seine Methoden und
sein Wissen sind entstanden aus unzähligen
Begegnungen mit den großen Schauspielern seiner
Zeit wie Cesco Baseggio, den Überlieferungen seiner
Schauspielerfamilie sowie seinen Erfahrungen und seiner
Theaterpraxis. Kein Buch oder keine Forschungsarbeit,
mögen sie noch so gut recherchiert sein, können
dem standhalten, was man in der direkten Begegnung, im
fachlichen Austausch mit Marchetti lernen kann.
Spricht man vom Teatro dellArte, dann darf man
nicht vergessen, dass damit eine großartige
europäische Tradition gemeint ist, eine Kunstform,
die sich über die ganze Welt verbreitet hat und noch
heute große Publikumserfolge erzielt.
Dieses kulturelle Erbe schafft die Synthese zwischen der
Treue zu den Wurzeln - bis hin zu den Eigenheiten der
Dialekte ihrer beliebtesten Hauptfiguren - und der
Universalität in der Kommunikation. Es ist schwer,
etwas vergleichbares zu finden.
Die Begegnung des Teatro Paravento mit der Commedia
dellArte war auch die Begegnung mit Alessandro
Marchetti. Unter seiner Regie wurden Arlecchino und
Brighella, Pantalone, Colombina und der Dottore Balanzone
wieder zum Leben erweckt - hinein in ein multikulturelles
Umfeld, in dem der schon sprichwörtliche Schweizer
Pluralismus mit lateinamerikanischen Elementen
angereichert wurde und die Ausbildung der Schauspieler
überwiegend vom Bewegungstheater geprägt ist.
Die Universalität des Teatro dellArte zeigt
sich auch darin, dass es seine Ausdrucksmittel mit
Leichtigkeit auf Situationen anpassen kann, wo Ausbildung
und Erfahrung der Schauspieler nicht speziell auf diese
Theatertechnik ausgerichtet sind.
Es war eine fruchtbare Begegnung. Neue Stücke sind
entstanden, und die Spuren dieser Erfahrungen sind
mittlerweile in allen Produktionen des Teatro Paravento
zu erkennen.
Heute erlaubt diese Wiederbegegnung einen eigentlichen
Qualitätssprung: Alessandro Marchetti kehrt
gemeinsam mit dem Teatro Paravento auf die Bühne
zurück. Pulcinella würde dazu sagen:
È comm o coco, che deventuie
bistiecca, ppo scfizzio desse
aggustato. (Es ist wie der Koch, der aus Lust
am Genossenwerden selbst zum Beefsteak wurde.)
Wir, das Publikum dieser Novität, dürfen auf
außergewöhnliche Kostbarkeiten und jede Menge
vergnügliche Eleganz und Raffinesse gespannt sein,
so wie uns gutes Teatro dellArte immer in
Erinnerung bleiben wird.
Prof. Vittore Nason
Die irrationalen Verirrungen der Liebe erreichen -
gerade wenn man sich ihnen widersetzt - doch meistens ihr
Ziel. Und genau darum geht es in diesem Stück der
Commedia dellArte.
Ein Vormund und das ihm anvertraute Mündel, wie man
im 18. Jahrhundert gesagt hätte, oder ein alter
Geizkragen und ein gieriges Mädchen, eine pfiffige
Magd, ein dummer Diener und ein unternehmungslustiger
Verliebter: alle sind involviert in ein Schwindel
erregendes Spiel um Reichtum und Liebe.
Eine von alten Theaterfamilien mündlich
überlieferte Geschichte ist die Quelle für
Marchettis neues Theaterstück, dessen einzig
erklärtes Ziel es auch heute noch ist, das Publikum
zu unterhalten und zu begeistern.
Alle Einfälle, Possen, Spiele und Späße,
die Marchetti während seiner 50 Jahre auf der
Bühne gesammelt, erprobt, erlebt und aktualisiert
hat, werden durch das Können der Schauspieler wieder
lebendig.
Und auch wenn rational besehen oder aus dramaturgischen
Gesichtspunkten eine Szene unwahrscheinlich oder unklar
scheint, ist sie doch vielleicht im Kontext der Aktionen
auf der Bühne Ursprung und Quelle eines Lachens, das
althergebrachte Ängste verscheucht und den
Therapeuten überflüssig macht.
Am Ende der Komödie wird Pantalone als Symbol der
gierigen und rückständigen Welt dem
öffentlichen Spott ausgesetzt. Wir jedoch werden
durch die umwerfende Kraft der Liebe über unsere
eigenen Unzulänglichkeiten hinweggetröstet.
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