Il Pantalone beffato ovvero gli inganni dell'amore

"Pantalone und die Verstrickungen der Liebe"

von Alessandro Marchetti und Luisella Sala

Premiere: 26. April 2002

Tournéedaten: 2002-2004

 

"Il Pantalone beffato" ovvero "Gli inganni per amore"

(Pantalone und die Verstrickungen der Liebe)

 

 

Farce der Commedia dell'Arte

von Alessandro Marchetti und Luisella Sala

 

Regie: Alessandro Marchetti

 

Pantalone Alessandro Marchetti

Colombina Luisella Sala

Arlecchino Miguel Angel Cienfuegos

Rosaura Luisa Ferroni

Ottavio, Dottore und Toter David Matthäus Zurbuchen

 

 

Bühnenbild und Kostüme: Alessandro Marchetti

Schneiderei: Liana Badoino, Cily Dobler

Masken: Renzo Antonello

Musik: Giovanni Galfetti

Bühnenbau: Mario Bissegger, Attilio Wismer, Rosario Ilardo

Lichtdesign, Technik: Sabine Wiesenbauer, Andrea Noseda

Fotografie: Andreas Zurbuchen

Administra-tion: Manuela Bonzani-Hoffmann, David M. Zurbuchen, Gudrun Kopf; Tourneemanagement: Teatro Paravento

 

 

Studiotheater Marchetti Sala - Compagnia Teatro Paravento

Alessandro Marchetti ist ein lebendiges Stück Geschichte des Teatro dell’Arte. Seine Methoden und sein Wissen sind entstanden aus unzähligen Begegnungen mit den großen Schauspielern seiner Zeit wie Cesco Baseggio, den Überlieferungen seiner Schauspielerfamilie sowie seinen Erfahrungen und seiner Theaterpraxis. Kein Buch oder keine Forschungsarbeit, mögen sie noch so gut recherchiert sein, können dem standhalten, was man in der direkten Begegnung, im fachlichen Austausch mit Marchetti lernen kann.
Spricht man vom Teatro dell’Arte, dann darf man nicht vergessen, dass damit eine großartige europäische Tradition gemeint ist, eine Kunstform, die sich über die ganze Welt verbreitet hat und noch heute große Publikumserfolge erzielt.
Dieses kulturelle Erbe schafft die Synthese zwischen der Treue zu den Wurzeln - bis hin zu den Eigenheiten der Dialekte ihrer beliebtesten Hauptfiguren - und der Universalität in der Kommunikation. Es ist schwer, etwas vergleichbares zu finden.
Die Begegnung des Teatro Paravento mit der Commedia dell’Arte war auch die Begegnung mit Alessandro Marchetti. Unter seiner Regie wurden Arlecchino und Brighella, Pantalone, Colombina und der Dottore Balanzone wieder zum Leben erweckt - hinein in ein multikulturelles Umfeld, in dem der schon sprichwörtliche Schweizer Pluralismus mit lateinamerikanischen Elementen angereichert wurde und die Ausbildung der Schauspieler überwiegend vom Bewegungstheater geprägt ist. Die Universalität des Teatro dell’Arte zeigt sich auch darin, dass es seine Ausdrucksmittel mit Leichtigkeit auf Situationen anpassen kann, wo Ausbildung und Erfahrung der Schauspieler nicht speziell auf diese Theatertechnik ausgerichtet sind.
Es war eine fruchtbare Begegnung. Neue Stücke sind entstanden, und die Spuren dieser Erfahrungen sind mittlerweile in allen Produktionen des Teatro Paravento zu erkennen.
Heute erlaubt diese Wiederbegegnung einen eigentlichen Qualitätssprung: Alessandro Marchetti kehrt gemeinsam mit dem Teatro Paravento auf die Bühne zurück. Pulcinella würde dazu sagen: “È comm‘ o coco, che deventuie bistiecca, pp’o scfizzio d’esse aggustato.” (“Es ist wie der Koch, der aus Lust am Genossenwerden selbst zum Beefsteak wurde.”)
Wir, das Publikum dieser Novität, dürfen auf außergewöhnliche Kostbarkeiten und jede Menge vergnügliche Eleganz und Raffinesse gespannt sein, so wie uns gutes Teatro dell’Arte immer in Erinnerung bleiben wird.
Prof. Vittore Nason

 

Die irrationalen Verirrungen der Liebe erreichen - gerade wenn man sich ihnen widersetzt - doch meistens ihr Ziel. Und genau darum geht es in diesem Stück der Commedia dell’Arte.
Ein Vormund und das ihm anvertraute Mündel, wie man im 18. Jahrhundert gesagt hätte, oder ein alter Geizkragen und ein gieriges Mädchen, eine pfiffige Magd, ein dummer Diener und ein unternehmungslustiger Verliebter: alle sind involviert in ein Schwindel erregendes Spiel um Reichtum und Liebe.
Eine von alten Theaterfamilien mündlich überlieferte Geschichte ist die Quelle für Marchettis neues Theaterstück, dessen einzig erklärtes Ziel es auch heute noch ist, das Publikum zu unterhalten und zu begeistern.
Alle Einfälle, Possen, Spiele und Späße, die Marchetti während seiner 50 Jahre auf der Bühne gesammelt, erprobt, erlebt und aktualisiert hat, werden durch das Können der Schauspieler wieder lebendig.
Und auch wenn rational besehen oder aus dramaturgischen Gesichtspunkten eine Szene unwahrscheinlich oder unklar scheint, ist sie doch vielleicht im Kontext der Aktionen auf der Bühne Ursprung und Quelle eines Lachens, das althergebrachte Ängste verscheucht und den Therapeuten überflüssig macht.
Am Ende der Komödie wird Pantalone als Symbol der gierigen und rückständigen Welt dem öffentlichen Spott ausgesetzt. Wir jedoch werden durch die umwerfende Kraft der Liebe über unsere eigenen Unzulänglichkeiten hinweggetröstet.

 


 

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