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Das Schiff der Commedia dell'Arte ist gestrandet, in der Nähe des Wracks liegen die schlafenden Komödianten. Es gibt für sie keine Möglichkeit mehr auf den Wellen ihrer Komödien zu neuen Abenteuern aufzubrechen; vielleicht haben sie auch keine Lust mehr dazu. Sebastiana, die Galionsfigur des Schiffes, erwacht und versucht die Gestrandeten wachzurütteln. Erinnern wir uns; Galionsfiguren sind hölzerne Darstellungen eines Gottes, einer Phantasiegestalt oder einer lebenden Person -meistens einer Frau- und sie befinden sich als schmückendes Ornament am Bug des Schiffes. Sebastiana spricht in der alten Sprache der Seefahrer -dem Gälisch- zu den Komödianten und bittet sie, das Schiff doch wieder seetüchtig zu machen und die Reise auf der Suche nach neuen Geschichten -speziell solche unserer Tage- fortzusetzen. Sie bittet auch zu berichten vom Schicksal der unzähligen Menschen die in diesem Augenblick auf dem Weg über das Meer dem Hunger und der Armut zu entfliehen suchen. Die Komödianten erwachen; lustlos ziehen sie ihre Kostüme und Masken an und die neue Vorstellung der Commedia dell'Arte erscheint uns wie der Abglanz eines Theaters das ganz grosse Zeiten erlebt hat. Nachdem die Komödianten nach und nach die Regeln und Gesetze der antiken Theaterkunst wiederentdecken, weicht die Unlust dem Enthusiasmus. Aber dennoch, eine unerwartete Traurigkeit schleicht sich in die Aufführung. Ein arabischer Arlecchino und eine russische Colombina, zwei Emigranten auf der Suche nach einem sicheren Hafen, haben nicht immer fröhliche Geschichten zu erzählen. Aber das Lachen darf nicht verschwinden. Der Dottore, Arlecchino und Colombina inszenieren einen Streich und wie immer ist der arglose Pantalone -ein reicher venezianischer Kaufmann- das Opfer. Der Streich, inspiriert durch eine Novelle aus dem Decamerone von Boccaccio, hat Erfolg. Den Spöttern gelingt es, ein Huhn des Pantalone als Braten in den Ofen zu bringen. Im Gegensatz zu dem sonst üblichen -guten- Ende, hier gibt es keine Versöhnung. Nur die Edelmänner Pantalone und der Dottore dürfen sich zu Tische setzen. Arlecchino und Colombina haben mit knurrendem Magen das Nachsehen. Dies ist in groben Zügen der Ablauf des Stückes. Voller wohlwollender Ironie gegenüber der Commedia dell'Arte. Das Stück ist der Versuch mit der klassischen Technik der Commedia dell'Arte auf die Realitäten unserer Tage einzugehen; -ein immer grösser werdendes Bedürfnis-. |
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